„Der Tod hat sie vereint“ Gedenkfeier am Internationaler Soldatenfriedhof Innsbruck!

_DSC0546Im Tode wurden sie vereint, hier zählt die Zugehörigkeit zu einem Land einem Staat oder einem Glauben nicht mehr.
Frieden nach unfassbarem Leid fanden 5.680 gefallenen Soldaten verschiedenster Nationen und Religionen, welche in Kriegsgeschehnisse vom 18. bis ins 20. Jahrhundert verwickelt waren in Innsbruck am Internationalen Soldatenfriedhof Amras.
Diese Gedenkstätte ist der bekannteste und bedeutendste Militärfriedhof Tirols und gilt mit seinen österreichischen, italienischen und sowjetischen Denkmälern über die Grenzen hinaus als Stätte für Frieden, Versöhnung und Völkerverständigung.
Ein im Nordwesten dieser Anlage liegendes Grabfeld ist vorwiegend den aus Bosnien stammenden muslimischen Gefallenen der k. u. k. Armee gewidmet. Die nach Osten orientierten Gräber tragen alle einen steinernen, rot bemalten Fez.
_DSC0604An diesem Ort treffen sich nun seit Jahren Nationen und Ideologien welche vor Kurzem, in der bewegten Geschichte des 20. Jahrhunderts noch Feinde waren und sich bekriegten.
Heute, am 15. Oktober 2011, stehen die Gegner von einst, in ihren unterschiedlichen Uniformen und mit ihren verschiedenen Nationalitäten gemeinsam an diesem Ort des Gedenkens, an dem Opfer und Gefallene der Kriege ruhen.
Das Land Tirol wurde durch Landeshauptmann Günther Platter vertreten. Tirols Landeshauptmann betonte  in seiner Ansprach, dass Friede und Sicherheit heute Werte sind, welche an oberster Stelle in einem vereinten Europa stehen. Wir leben heute in einem Staatenverbund welcher die längste Friedensperiode auf unserem Kontinent aufweist, es gilt daher für uns Alle dieses Friedensprojekt fortzuführen. _DSC0650Das heutige Totengedenken soll uns Zeugnis und Mahnung sein, an die schrecklichen Ereignisse der Vergangenheit und wozu der Mensch auch fähig sein kann. Halten wir das Andenken an unsere Gefallene und an jene welche durch Gewalt um das Leben kamen hoch. Es soll uns hiermit in Erinnerung bleiben, dass der Friede das höchste Gut in unserer Gesellschaft darstellt.
Nachdem der Landesgeschäftsführer des Tiroler Schwarzen Kreuzes, Herman Hotter die Repräsentanten aus Russland, der Ukraine, Deutschland und Italien sowie die zahlreichen Ehrengäste begrüßt hatte, sprach er seinen Dank an das Militärkommando Tirol aus.  Dieses zeigte sich für die Gestaltung und Organisation des Festaktes mitverantwortlich.  Seine tiefste Anerkennung galt auch den Tiroler Schützen und dem Kameradschaftsbund, welche alljährlich, zu Allerheiligen, durch ihre Sammlungen für das Schwarze Kreuz an Tirols Friedhöfen, einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Kriegsgräber beitragen.
Der in Italienisch und Deutsch gehaltene ökumenische Gottesdienst wurde vom Militärdekan Mag. Werner Seifert, dem evangelischen _DSC0683Militärkuraten Richard Rotter, Franziskanerpater Reinald Romaner dem italienischen Militärkaplan des 24. Infanterieregimentes, Don Gianmarco Masiero aus Meran zelebriert.
Feierlich umrahmt wurde dieser Festakt durch die Ehrenzüge der Stabskompanie des Militärkommandos Tirol, der deutschen Gebirgsjäger aus Mittenwald. Sowie durch die Pradler Schützen und Abordnungen der Traditionsverbände, wie Kaiserjäger und Kaiserschützen. Die Militärmusik Tirol, unter Militärkapellmeister Oberstleutnant Hannes Apfolterer gestaltete die musikalische Umrahmung dieses besinnlichen Gedenkens.

Bericht: Hubert Berger, Fachoberinspektor, Fotos: Martin Hörl, Vizeleutnant

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