45. Traditionstag des Militärkommandos Tirol - Das Gedenken an die Dritte Bergiselschlacht anno 1809
Zeitig in der Frühe des 13. Augustes 1809 griffen 15.000 Mann der Tiroler Schützenaufgebote unter dem Kommando Andreas Hofers von den Höhen des Bergisels in Richtung Inntal die gleichstarke Armee des französischen Marschalls François-Joseph Lefèbvre an.
Diese große Entscheidungsschlacht endete am Abend dieses Tages damit, dass sich alle strategisch wichtigen Punkte in den Händen des Tiroler Landsturmes befanden und den feindlichen Truppen nur der Rückzug in das Unterinntal übrig blieb.
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Die Verbindung der historischen Ereignisse zum heutigen Bundesheer wird in den über die Zeiten gleichgeblieben gemeinsamen Werten gefunden. Diese sind einerseits, für die Heimat einzutreten, andererseits die soldatischen Tugenden Mut und Kameradschaft, sowie die Bereitschaft, die gestellten Aufträge mit allen Kräften zu erfüllen. Die Pflege der Tradition hat im militärischen Leben einen wichtigen Stellenwert, da sie der Verdeutlichung und Vergegenwärtigung von zeitlos gültigen Normen und Belangen dient!“, sagte Tirols Militärkommandant Generalmajor Mag. Herbert Bauer in seiner Festansprache.
Das Militärkommando Tirol als Traditionsträger des Tiroler Landsturmes und der Tiroler Standschützen der dritten Schlacht am Bergisel gedachte deshalb am 12. August 2011 auf diesem historischen Boden der prägenden Ereignisse und der Nachwirkungen dieses Konfliktes.
Die Anwesenheit des Tiroler Landeshauptmannes Günther Platter, zahlreicher Honoratioren aus Bundes- und Landespolitik, des Klerus und der Wirtschaft unterstrichen den hohen Stellenwert dieses Traditionsgedenkens.
Weiters ging Bauer auf das Jubiläum des Landlibells und seine Bedeutung im 21. Jahrhundert ein: „Wenn wir heuer auch des Jubiläums des Tiroler Landlibells aus dem Jahre 1511 gedenken, dann sollte uns bewusst sein, dass es damals außer Zweifel stand, rechtzeitig bewaffnete Kräfte für die Sicherheit der Heimat bereitzustellen und diese auch zweckmäßig auszustatten.
Die traditionsgemäße Verbindung zu dem heutigen Bundesheer und seinen Soldaten besteht im Eintreten, für eine sichere Heimat in Freiheit.“
Generalmajor Bauer verwies auch auf die ausstehende politische Entscheidung in der Wehrpflichtdiskussion. Zum Thema selbst vertrat er seine Meinung, dass “die Wehrpflicht ein Instrument ist, dem Bürger den zur Selbstbehauptung unabdingbaren Wehrgedanken näher zu bringen, ihn qualifiziert auszubilden und ihn in diese überlebenswichtige Verantwortung für das Gemeinwesen einzuführen.“
Ein „herzliches vergelt´s Gott“ sprach Tirols Landeshauptmann Günther Platter an das Militärkommando Tirol aus. Dieser Dank bezog sich auf die Leistungen des Bundesheeres in Tirol. Primär erwähnte er in seiner Laudatio die militärische Landesverteidigung, als wichtigste Aufgabe des Militärs zur Erhaltung unserer Souveränität. Auch die Leistungen der letzten Jahre für die Hilfe im Bewältigen der Katastrophen, die unser Land heimsuchten wurden dankend erwähnt. „Die Sicherheit Tirols wird in der Gegenwart und in der Zukunft auch durch die Auslandseinsätze unserer Soldaten gewährleistet. Für alle diese Aufgaben sind engagierte Soldatinnen und Soldaten von Nöten. Darum ist ein Bestand des Militärkommandos Tirol und der 6. Jägerbrigade für den Erhalt dieser Aufgaben zwingend notwendig“. Landeshauptmann Platter vertrat auch die Meinung, „dass ein Land welches die Traditionen aufgibt, sich selbst aufgebe. Das werde in Tirol niemals stattfinden.“ Hier sprach er sich auch dezidiert für den Erhalt der Militärmusik Tirol als tragendes Beispiel für die gelebte Tradition aus. Als abschließende Worte, sagte Platter: „Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, wenn ich mir ansehe was derzeit in anderen Staaten der Europäischen Union passiert, wenn ich sehe wie sich außerhalb der EU schwierige Situationen entwickeln, so ist Sicherheit das höchste Gut, das wir haben können. Wir brauchen deshalb Strukturen und an diesen müssen wir arbeiten.“
Ehrenzüge gestellt von der Stabskompanie des Militärkommandos Tirol und der Schützenkompanie Wilten, dem Insignientrupp des Militärkommandos Tirol mit Fahnenabordnungen der Tiroler Traditionsverbände, bildeten den feierlichen Rahmen dieses Festaktes. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Militärmusik Tirol.
Bericht, Fotos: Hubert Berger, Fachoberinspektor
